Publikationen/Leserbriefe

Leserbrief 6. Februar 2019 im Berner Landboten

Unverzichtbare Tagesschulen

 

Die Institution Tagesschule hat sich in grösseren Gemeinden seit dem Jahrtausendwechsel schleichend etabliert. Kaum eine Familie könnte heute Beruf und Kinderbetreuung ohne das Tagesschulangebot wunschgemäss unter einen Hut bringen. Ausgenommen sind Familien mit der Möglichkeit zur Kinderbetreuung durch Grosseltern oder andere Verwandte. Tagesschulen sind heute nicht mehr wegzudenken.

 

Die Qualität des pädagogischen Programms der Tagesschulen gewinnt weiter an Bedeutung. Definierte Zielsetzungen der Unterrichtsführung, des sozialen Klimas oder der kognitiven Aktivierung garantieren, dass Tagesschulen viel mehr als Horte zur Zeitüberbrückung sind. Es bleibt vielfach Zeit, auch Eigeninitiative oder Partizipation zu entwickeln. Diese spezifischen Qualitätsmerkmale kommen in der Schule vielfach zu kurz. Die Kinder können in der Tagesschule künstlerisch gestalten, zeichnen, lesen, spielen, in der Küche beim Backen mithelfen, sich draussen oder in der Sporthalle vielfältig bewegen. Eine zentrale Rolle kommt den Tagesschulbetreuenden zu. Ich bewundere deren Einfallsreichtum, Hingabe und Energie, mit welcher sie die Kinder fördern und fordern. Sie decken in ihrer täglichen Arbeit verschiedenste Berufsfelder ab, wofür sie breites Fachwissen mitbringen: Sozialarbeiter/innen, Köche und Köchinnen, Werk- und Bastelkünstler/innen, Trainer/innen, Pädagoginnen und Pädagogen, Sprachentwickler/innen, Integrationsfach- oder ganz einfach Vertrauenspersonen.

Es ist für mich als Vater beruhigend zu wissen, dass sich die Kinder in der Tagesschule sehr wohl fühlen. Bester Beweis dafür ist, dass sie nach eigenem Wunsch nicht früher als kurz vor "Ladenschluss" abgeholt werden dürfen…    

Leserbrief 19. September 2018 im Berner Landboten

Flughafen Bern: Ein Schrecken ohne Ende     

 

Die Nachricht vom definitiven Grounding der Fluggesellschaft Sky Work mit ihrem Heimflughafen Bern-Belp macht nur wegen den verloren gegangenen 110 Arbeitsstellen betroffen. Darüber hinaus empfinde ich kein Mitleid. Das Trauerspiel mit den Konkursen von kleinen Airlines geht weiter. Erstaunlich ist dies, wenn überhaupt, nur auf den ersten Blick.

 

Im harten Konkurrenzkampf mit (global gesehen) viel zu tiefen Flugpreisen können Fluggesellschaften mit kleiner Flugzeugflotte und kleinen Flugzeugen nicht mithalten. Dieser Trend wird sich noch verstärken.

Der Geschäftsführer des Flughafen Bern versucht dennoch, Zweckoptimismus zu verbreiten: Es werde sicherlich eine andere Airline in die Bresche springen und die "Slots" von Sky Work übernehmen. Die Realität lehrt uns eines Besseren, sinnvoll und nachhaltig ist das Treiben am regionalen Flughafen schon lange nicht mehr. Der Flughafen Bern wird weiterhin nicht mit der nationalen Konkurrenz mithalten können. Dies ist auch nicht nötig, weil die drei grossen Flughäfen Zürich, Basel und Genf von Bern aus in anderthalb bis zwei Stunden bequem und direkt erreichbar sind. Der Markt ist gesättigt, die kurzen Distanzen rechtfertigen keinen Flughafen Bern mit zivilem Flugbetrieb.

In Anbetracht dieser Fakten ist es merkwürdig, dass der Kanton Bern den Flughafen Bern weiterhin jährlich mit einem namhaften Geldbetrag subventioniert. Es werden Steuergelder eingesetzt, nur um das "Statussymbol" eines Linienflughafens im eigenen Kanton am Leben zu erhalten.

Das Ende des Schreckens kann zweierlei erreicht werden: Entweder wird der Flughafen für den zivilen Flugbetrieb endgültig und zur Freude vieler stillgelegt oder er finanziert sich in Zukunft vollkommen autonom. Für den zweiten genannten Lösungsansatz schwirrt bei den Verantwortlichen des Flughafens die Idee in der Luft, mit Ausrichtung auf Geschäfts- und Charterflüge den Betrieb rentabel weiterzuführen. Sie müssen sich auch in diesem Umfeld bewusst sein, dass die Nachfrage für den Standort Bern sehr begrenzt ist. Der Markt dafür fehlt, die Mär der grossen Bedeutung für das Berner Oberland ist reine Augenwischerei.

Ich befürchte, dass das "Wursteln" am Flughafen Bern weitergeht, sich kantonale Steuergelder weiterhin im Gemisch mit Kerosin auflösen und das Schrecken nicht so rasch ein Ende nimmt.    

Leserbrief 7. März 2018 im Berner Landboten

Digitalisierung versus Datensicherheit

 

Der Fall Swisscom, bei der neulich Grunddaten von 800’000 Kunden abhanden gekommen sind, gibt zu denken. Adressen mit Geburtsdaten sind über eine Drittfirma in falsche Hände respektive externe Datenträger geraten.

Nun, alles spricht von Digitalisierung und dessen Chancen und Vorteilen. Dank elektronischen Dienstleistungsketten müssen keine Formulare mehr ausgedruckt und versandt werden. Den Coiffeurtermin kann ich mit wenigen Klicks im Netz jederzeit buchen, mit Angabe des gewünschten Haarwachses. Die unglaublich günstigen Lederschuhe finde ich über die chinesische Online-Plattform Alibaba. Nach 2 Wochen finden diese prompt auch meinen Briefkasten, die Versandkosten sind nicht der Rede wert.

Wir sind uns einig: Die Digitalisierung vereinfacht unser tägliches Leben auf vielfache Art und Weise. Waren und Dienstleistungen sind immer und überall verfüg- und bestellbar, solange Internetzugang besteht.

In gehäufter Zahl kommt die Kehrseite der Medaille zum Vorschein. Die in den Medien erwähnten Datenklaus sind nur ein Bruchteil davon, was in den Computern und Servern abgeht. Was passiert mit all den Daten, welche wir in die digitalisierte Welt streuen? Wann habe ich letztes Mal die allgemeinen Geschäftsbedingungen, bekannter als AGB’s, vor dem Einverständnis durchgelesen? Warum erscheinen auf meinen Abrufseiten im Internet plötzlich unzählige Werbeanzeigen von Schuhen? Bei wie vielen Firmen / Onlinehändlern habe ich meine Kreditkartendaten schon eingegeben? Irgendwie beängstigend, dass ich total unbekannten Kreisen und Organisationen sensible Informationen liefern muss. Wo diese danach “archiviert” werden und was mit diesen sonst noch angestellt wird, keine Ahnung! Da mutet es sich als sonderbares Geheimnis an, den eigenen Monatslohn dem befreundeten Nachbarn nicht preisgeben zu wollen…

Bis anhin sind wohl die Meisten der Ansicht, dass die Chancen des digitalen Wandels überwiegen. Ich befürchte, dass die immer weiterschreitende Preisgabe von persönlichen Angaben uns böse einholen wird. Da bleibt nur der Aufruf, das eigene Tun kritisch zu hinterfragen und unnötiges Herumschleudern von schützenswerten Personendaten zu verhindern.

 

Artikel in der Ausgabe SPecht 2/2017 (Publikation SP Münsingen)

Klimawandel - Herausforderungen auch für Münsingen

 

Der vergangene Sommer hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie heisse Temperaturen unser Leben beeinflussen. Bisher sprachen die Klimaforscher in den verschiedenen Entwicklungsszenarien vorwiegend über das Phänomen von deutlich ansteigenden Durchschnittstemperaturen und deren Auswirkungen. Dazu zählen in der Schweiz die Gletscherschmelze oder während dem Winter ausbleibender Schnee in tieferen Lagen. Zusätzlich spüren wir direkt, was noch viel weitreichendere Folgen sind: Extremwetterereignisse wie Dauerregen oder lang anhaltende Trockenheit.

 

Die Bauern zittern um ihre Ernte auf den Feldern, die Gesundheit der älteren Einwohnerschaft wird während Hitzeperioden strapaziert, Eigentümer/innen von Immobilien fürchten sich vor überfluteten Kellern, touristische Betriebe erleben erhebliche Schwankungen der Gästezahlen. Dies sind nur einige Beispiele direkter Betroffenheit.

Wie kann die lokale Behörde bei langen Hitzeperioden insbesondere für das Wohl der anfälligsten Bevölkerungsgruppen sorgen? Während lang andauernden Trockenphasen könnte die Wasserversorgung der Haushalte gefährdet sein. Wie ist unsere Wohngemeinde für einen solchen Fall vorbereitet?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat neuerdings zum Klimawandel einen Massnahmenkatalog für Behörden erstellt. Wegweisend sind insbesondere die langfristigen und städteplanerischen Massnahmen, um die Auswirkungen des "Wärmeinseleffekts" von städtischem Raum möglichst gering zu halten. Gemeint ist damit, die negativen Auswirkungen der klimatischen Hitze einzudämmen. Nachfolgende Abschnitte bis und mit den aufgezählten Massnahmen sind aus dem Dokument übernommen worden.

Ursachen für den Wärmeinseleffekt sind die eingeschränkte Luftzirkulation wegen der dichten Bebauung und die höhere Sonnenabsorption durch gewisse Baumaterialien. Die Abwärme von Verkehr, Industrie und Gebäuden sowie fehlende Grünflächen und Beschattung verstärken den Effekt.

Ziel sollte es sein, anhand verschiedener städtebaulicher Massnahmen die Hitzebelastung in den Sommermonaten zu reduzieren und somit die Anpassung an ein wärmeres Klima zu fördern. Damit wird gleichzeitig ein Beitrag geleistet, den diversen Herausforderungen des Klimawandels (z. B. Luftbelastung) entgegenzutreten. Mögliche konkrete Massnahmen sind:

  • Förderung und Sicherstellung der natürlichen Durchlüftung; Luftbahnen für Frischluft freihalten
  • Erhöhung und Aufwertung des Grünflächenanteils und Verminderung der versiegelten Fläche
  • Konsequente Gebäudebegrünung
  • Schaffung von beschatteten öffentlichen Räumen wie Pärke, Spielplätze, Haltestellen des öffentlichen Verkehrs, Gehsteige (z. B. durch Baumalleen)
  • Einrichtung und Erweiterung von offenen, bewegten Wasserflächen    

Wo steht Münsingen bezüglich Förderung einer langfristigen Anpassung an die zunehmende Hitzebelastung? Die SP Münsingen bietet Hand bei der Ausarbeitung eines Konzeptes inklusive konkreter und umsetzbarer Massnahmen. Eine nächste Chance bietet sich durch die Sanierung der Ortsdurchfahrt oder der Gestaltung der Parzelle “alter Coop”. Mehr Grün und weniger Grau oder Schwarz (asphaltierte Bereiche) muss die Devise sein!

 

24. Oktober 2017

Leserbrief 4. Oktober 2017 im Berner Landboten

Pflichten, aber keine Stimm- und Wahlrechte    

 

Der ausländischen Wohnbevölkerung in der Schweiz sind weiterhin die Stimm- und Wahlrechte weitgehend verwehrt. Einzig in der Westschweiz gibt es vereinzelt Gemeinden, welche nach 5 Jahren Wohnsitz auf kommunaler Ebene das Stimm- und Wahlrecht vergeben. Für mich gibt es keine plausible Erklärung, weshalb beinahe ein Viertel der Volljährigen kein Stimm- und Wahlrecht hat. Dies nur, weil der rote Pass fehlt.

 

Uns wird von klein auf eingetrichtert, dass der Staat uns Rechte zugesteht und Pflichten einfordert. Klassische Beispiele sind jeweils das Stimm- und Wahlrecht sowie die Steuerpflicht. Was ist die Legitimation, dass Ausländer/innen nur die Pflicht zu erfüllen haben? Ist dies gerecht? Wäre nicht genau das Stimm- und Wahlrecht eine ausgesprochen kluge Integrationsmassnahme, sich mit der Schweizer Politik auseinanderzusetzen und zu partizipieren? Warum dürfen 24.6% der Bevölkerung nicht mitentscheiden, obwohl auch sie die Konsequenzen der Entscheide mittragen müssen?

Es ist erschütternd, wie viele Einwanderer der zweiten und dritten Generation ohne Schweizer Pass als vielfach “bessere” Schweizer/innen nicht mitentscheiden dürfen. Das Stimm- und Wahlrecht müsste zwingend nach mindestens 5 Jahren dauerndem inländischem Wohnsitz auf allen Ebenen (Gemeinde, Kanton, Bund) zugestanden werden. Alles andere ist Zwängerei und höchst undemokratisch.

Meine finnische Ehefrau wünscht sich nach sechs Jahren in der Schweiz ebenfalls mitbestimmen zu können. Nun bleibt ihr nur das teure und willkürliche Einbürgerungsverfahren, welches jede Gemeinde nach eigenen Regeln durchführt. Schade, dass das Stimm- und Wahlrecht im 21. Jahrhundert nur mit (Wohnsitz)glück “erkauft” werden kann. Dies notabene in der Ur-demokratischen Eidgenossenschaft. Recht und Gerechtigkeit sind leider zwei Paar Schuhe.    

Leserbrief 28. Juni 2017 im Berner Landboten

Neuer Veloboom – auch dank dem E-Bike   

 

Welch schöner Anblick während dieser heissen Tage auf den Strassen im Aaretal: Auffallend viele Velofahrende rollen über den Asphalt, sei es auf dem Arbeitsweg oder als Freizeitsporttreibende.

Hat dies etwa mit dem Jubiläum 200 Jahre Velo zu tun? Wohl kaum.

 

Der neue Boom ist auch dem Aufkommen der E-Bikes zu verdanken. Dank ihnen sind ursprünglich ferne Ziele plötzlich ganz nahe. Und nicht nur das: Aufstiege bedeuten keine Schweissausbrüche mehr, Veloanhänger inklusive Kinderlast lassen sich nicht nur bergabwärts hinterherziehen, der Temporausch bringt einen gesunden “Kick” mit sich und das Duschen nach einer rasanten Fahrt erübrigt sich. Auch ältere Bewohner von hügeligem Gebiet wie dem Emmental können endlich die Region ohne Auto befahren. Der Klimawandel kommt diesen pedalenden Zweiradfahrenden ebenso entgegen: Die klassische Radsaison hat sich spürbar verlängert. Die Wintertage, an denen der Untergrund gefroren ist oder die Verkehrsachsen mit Schnee bedeckt sind, lassen sich an Händen und Füssen abzählen. Der Winter ist hierzulande demnach kein “Feind” der Radfahrenden mehr. Schade nur, dass (zu) viele der Velofahrenden, sei es mit oder ohne Tretunterstützung, sich von kühlen Temperaturen und Regen einschüchtern lassen. Eine zweckmässige, gute Bekleidung schützt wirksam vor garstigem Wetter. Als täglich E-Bike-Fahrender weiss ich, dass das Tragen von Regenkleidern keineswegs zu innerem “Hitzestau” führt. Der Fahrtwind sowie die geringe Körperbelastung dank dem Elektromotor verhindern dies erfolgreich. Alle Verkehrsteilnehmer profitieren vom Veloboom: Es verkehren weniger Leute mit dem Auto oder dem ÖV, die Umweltbelastung nimmt ab. Zu guter Letzt tut die oder der Velofahrende etwas für seine Gesundheit, der Kopf wird wieder einmal richtig durchgelüftet. Bleibt zu hoffen, dass noch viele mehr zumindest zwischendurch auf das Velo umsatteln, ganz nach dem Motto: Hallo Velo, es lebe das Velo!    

Leserbrief 16. November 2016 im Berner Landboten

Entlastungsstrasse ja, aber bitte redimensioniert   

 

In Münsingen dreht sich politisch zur Zeit einiges um die geplante Entlastungsstrasse Nord.

Die Informationsveranstaltung des Gemeinderates vom 26. Oktober für die Bevölkerung lieferte Details zum Projekt.

Ziel ist die Entlastung der Ortsdurchfahrt und weniger Zeitverlust für den Verkehr in und um Münsingen, namentlich auch für jenen des Unterdorfes. Das Anliegen ist berechtigt.

 

Mir stellt sich nur die Frage, ob mit dem überdimensionierten Projekt, das nun vorliegt, mehr Probleme geschaffen statt abgebaut werden.

Mit einer Strasse, welche auch der Schwerverkehr befahren darf, leidet die Sicherheit des Langsamverkehrs. Davon betroffen wäre auch das Schulzentrum Schlossmatt. Dazu kommt eine erhöhte Lärmemission, welche durch stetiges Bremsen und Anfahren wegen den engen Kurven und der Steigung zum neuen Kreisel Bernstrasse akzentuiert wird. Das Unterdorf braucht keine weitere Achse für den Schwerverkehr, sondern Entlastung für den privaten Ziel- und Quellverkehr.

Die geplante durchschnittliche Breite der Strasse bringt einen unnötig hohen Landverschleiss mit sich, Landschaftsschutzgebiet inklusive.

Je ausgebauter die neue Entlastungsstrasse ist, desto mehr verleitet diese zu Umfahrungsverkehr und erhöht zudem den Siedlungsdruck auf das Unterdorf. Kann und will das Unterdorf weiter wachsen? Denn: Jede neue Strasse (Angebot) schafft auch zusätzlichen Verkehr (Nachfrage).

Zu guter Letzt ist der finanzielle Spielraum begrenzt. Eine redimensionierte Variante würde auch die Gemeindefinanzen weniger strapazieren.

Das laufende Mitwirkungsverfahren sollten möglichst viele Einwohnerinnen und Einwohner nutzen, um ähnliche Bedenken mit Nachdruck einzugeben.

Eine abgespeckte Variante “light” würde die aktuelle Verkehrsüberlastung in Münsingen zielführend bekämpfen und nicht neue Begehrlichkeiten wecken. Die Gefahr einer “Verschlimmbesserung” mit dem vorliegenden Projekt ist real. Falls der Gemeinderat bei der angekündigten Volksabstimmung Entlastungsstrasse Nord tatsächlich wie angekündigt keine Alternativvariante light vorlegt, ist ein totaler Schiffbruch durchaus möglich. Will er dieses Risiko wirklich eingehen? Der Scherbenhaufen wäre perfekt.

Leserbrief 13. Juli 2016 im Berner Landboten

Klimawandel - Herausforderungen für Gemeinden

 

Der ablaufende Monat Juni hat uns vor Augen geführt, wie extreme Wetterlagen unser Leben beeinflussen. Bisher sprachen die Klimaforscher in den verschiedenen Entwicklungsszenarien vorwiegend über das Phänomen von deutlich ansteigenden Durchschnittstemperaturen und deren Auswirkungen. Dazu zählen in der Schweiz die Gletscherschmelze oder während dem Winter ausbleibender Schnee in tieferen Lagen.

Nun spüren wir alle, was noch viel weitreichendere Folgen sind. Extremwetterereignisse wie Dauerregen oder lang anhaltende Trockenheit trifft jeden Einzelnen / jede Einzelne in irgendeiner Weise: Die Bauern zittern um ihre Ernte auf den Feldern, Eigentümer/innen von Immobilien fürchten sich vor Überflutungen oder hohen Grundwasserspiegeln, die touristischen Betriebe erleben enorme Schwankungen der Gästezahlen. Dies sind nur einige Beispiele direkter Betroffenheit.

 

Und was bedeutet die klimatische Entwicklung für die Gemeinden? Der Schutz der Bevölkerung vor Unwetterfolgen rückt bei Feuerwehr und Zivilschutz in den Vordergrund. Die Infrastruktur wie Kanalisation und natürliche Abflusssysteme sind womöglich anders zu konzipieren oder deren Aufnahmekapazität auszubauen. Die Gefahr von Verunreinigungen des Grundwassers (z.B. durch überschwemmte Öltanks) steigt. Den gemeindeeigenen Grundinfrastrukturen wie Wasserleitungen, Abwasserreinigungsanlagen, Energiebetrieben und –leitungen oder Verkehrswegen gilt besonderes Augenmerk: Deren Beschädigung oder Ausfall hat enorme Auswirkungen auf das Alltagsleben aller Einwohner/innen. Sind diese Einrichtungen immer noch ausreichend geschützt?

Bei Hitzeperioden ist vor allem die ältere Einwohnerschaft gesundheitsgefährdet. Gibt es Rezepte, um speziell für deren Wohl zu Sorgen? Während lang andauernden Trockenphasen ist nicht ausgeschlossen, dass die Wasserversorgung der Haushalte nicht garantiert ist. Wie sind die Gemeinden für einen solchen Fall vorbereitet?

Es ist an der Zeit, dass sich die Behörden ernsthaft unter anderem mit den gestellten Fragen auseinandersetzen und eine Neubeurteilung der Risiken vornehmen. 

Konsequenterweise müssen daraus Massnahmen folgen. Alles andere ist fahrlässig und nicht professionell.

Leserbrief 13. Januar 2016 im Berner Landboten

Wintersport - wie weiter?

 

Es ist wissenschaftlich belegt und deshalb kein Zufall, dass sich Wetterextreme häufen.  Das Jahr 2015 war gemäss Meterologen in der Schweiz so warm wie noch nie seit Messbeginn. Nicht nur die Durchschnittstemperaturen sind gestiegen, sondern auch ausgeprägte Wettersituationen wie Trockenperioden, Stürme oder anhaltend heftige Niederschläge werden zunehmend registriert. Für den hiesigen Wintersport in tiefer gelegenen Stationen verheisst dies nichts Gutes.

Sowohl die Wintersportler/-innen wie auch die Skiliftbetreiber müssen sich die Frage stellen: Wie weiter?

 

Als wintersportfreundlicher Familienvater mit 3 jungen Kindern wären kleine Skigebiete in der Region sehr praktisch: Die Wege sind kurz, die Pisten und Anlagen genau passend für Anfänger, die Preise erschwinglich. Weil aber je länger je mehr auf diesen Höhen wenig bis kein Schnee liegt,  müsste auf hoch gelegene und grosse Destinationen ausgewichen werden. Für uns ist dies schlichtweg keine Alternative. Der Reiseaufwand für einen Tag ist zu hoch und das zur Verfügung stehende Budget zu klein. Das Resultat: Nur während Ferienwochen über Weihnachten oder in den Sportferien wird Skifahren für die ganze Familie zum Thema, wobei dieses Vergnügen fernab von zu Hause empfindlich ins Geld geht.

Kleine Bahnbetreiber wie jene im Eriz oder im Gantrisch-Gebiet kämpfen seit Jahren jeden Winter ums Überleben. Weil es in diesen Höhen keine langfristige Perspektive für den Wintersport gibt, trocknet das regionale Angebot für das Ski- und Snowboardfahren zwangsläufig aus. Diese Situation mündet im “Teufelskreis”: Weil es für das Schneesportvergnügen kein Angebot mehr gibt, stirbt auch die Nachfrage danach innerhalb der Bevölkerung des Mittellandes und der Voralpen. Nur noch die Einwohner/-innen aus den alpinen Regionen haben die Möglichkeit, mit dem Schneesport aufzuwachsen und damit in Verbindung zu bleiben.

Strukturerhaltung mit hoch defizitärem Betrieb der Skilifte in Gebieten unter ca. 1500 Höhenmeter bringt nichts. Diese und die Tatsache, dass immer weniger Schweizer/-innen regelmässig Schneesport betreiben, schmerzt mich. Nichtsdestotrotz ist bei den Tourismusverantwortlichen Vernunft und Weitsicht gefragt, um den ökologischen und ökonomischen Unisinn zu beenden und nach schneelosen Alternativen Ausschau zu halten.    

Leserbrief 16. September 2015 im Berner Landboten (aktualisierte Version)

Gemeinden drücken sich vor Asyl-Verantwortung

 

Was die Gemeinden Aarberg, Neuenegg, Oberhofen, Täuffelen und Wohlen zur Zeit bezüglich Asylunterkünften bieten, gleicht einem Trauerspiel ohne Ende. Dabei ist die Ausgangslage klar: Irgendwo müssen die vor Krieg und Terror Flüchtenden auch in der Schweiz Unterschlupf finden.

Alle der genannten Gemeinden behaupten kurzerhand, ihre Zivilschutzanlage sei für die Beherbergung von Asylsuchenden “ungeeignet”. Alternativen werden gar nicht erwähnt, geschweige denn gesucht.

 

Diese strikte Abwehrhaltung gipfelte nun darin, dass die Gemeinden gegen die Verfügung des Kantons vor Verwaltungsgericht ankämpften. Der Kanton beugte sich dem Druck und verkündete im Grossen Rat den Rückzug einer entsprechenden Verfügung. Statt Schutzbedürftigen Schlafplätze in leerstehenden Zivilschutzanlagen anzubieten, widersetzen sich die Gemeindebehörden dem Solidaritätsgedanken im Asylwesen.

Es tut mir im Herzen weh zu sehen, wie vorhandene Infrastrukturen geschlossen bleiben, nur weil ein Teil der Bevölkerung Ängste gegenüber den Flüchtenden schürt Meistens verweigern genau jene Bewohner und Gemeinden Notunterkünfte, die mit Asylsuchenden noch nie in Berührung gekommen sind. Vorurteile sind auch in diesem Falle keine Vorteile.

Auf der Fahrt  mit dem Schiff von Thun zur Beatenbucht fiel mir neulich auf, wie viele ehemalige Hotels trist und verlassen  auf den See blicken. Mir fuhr es umgehend in den Kopf: Warum nicht die am besten erhaltenen leerstehenden Hotels auf Vordermann bringen und für Flüchtlinge öffnen, sofern es finanziell im Rahmen liegt?

Weil Zelte sich nicht für die Wintermonate eignen, sind pragmatische ganzjährige Lösungsansätze gefordert. Die sture Verweigerungstaktik vieler Gemeinden hilft keinen Meter weiter. Tatsache ist und bleibt: Auch die Schweiz wird demnächst Tausenden von neuen Flüchtligen eine Unterbringung anbieten müssen. Wo bleibt in den Gemeinden und in den Köpfen von uns allen die von der offiziellen Schweiz hochgelobte humanitäre Tradition?

Jede bevölkerungsmässig grössere Gemeinde steht in Zeiten grosser Flüchtlingsströme in der Verantwortung, für Flüchtlinge Asylplätze zu suchen und bereitzustellen!

Leserbrief 1. April 2015 im Berner Landboten

(Fast) alle fliegen, aber niemand will den Lärm

 

Das Phänomen ist im Umkreis von allen Flugplätzen und –häfen dasselbe: Die Wohnbevölkerung stört sich mehr oder weniger am Fluglärm, obwohl dieser grösstenteils hausgemacht ist. Dies trifft auch für den Flughafen Bern zu.

 

Oft sind genau die Personen, welche am Lautesten ausrufen jene, welche (mehrmals) jährlich mit lautem Getöse und stinkender Kerosinwolke in den Himmel abheben. Da spielt es keine Rolle, ob der Abflugort Bern oder Zürich-Kloten ist!

Die Interessengemeinschaft lärmarmes Aaretal hat es immernoch nicht begriffen, dass die südlichen An- und Abflüge nach und ab Belpmoos je nach Witterung nicht immer auf der Ideallinie erfolgen können. Als Direktbetroffener im Oberdorf (Bärenstutz) Münsingens merke ich selten störende Lärmbelastungen, welche auf “unvorgesehene Linienführungen” seitens der Piloten zurückzuführen sind. Deshalb unterstütze ich die Aussagen des Münsinger Gemeindepräsidenten, wonach die Problematik von Protagonisten der IG lärmarmes Aaretal pointiert ausgedrückt bewusst hochgespielt und dramatisiert wird.

 

Durch die topografische Lage des Flughafens sind die Möglichkeiten der An- und Abflugschneisen sehr beschränkt. Die je nach Typ lauten und weniger lauten abhebenden Flugobjekte halten sich wenn immer möglich an die vorgegebene Flugroute über den Schwandwald zwischen Rubigen und Münsingen. Der von Lärm betroffene Teil der Bevölkerung wird mit der bestehenden Regelung so klein wie möglich gehalten. Zudem sagt einem der Verstand, dass im Umkreis eines Flughafens mit Lärm zu rechnen ist. Der Flughafen Bern (ehemals Bern-Belp) wurde bereits 1929 eröffnet, als das Aaretal noch dünn besiedelt war. Jede danach zugezogene Person, welche sich am Fluglärm stört, ist sozusagen selber Schuld.

 

Konsequenterweise müsste die IG lärmarmes Aaretal komplett gegen den Flughafen Bern kämpfen, nicht nur gegen zwangsläufige Nebengeräusche. Äusserungen in diese Richtung habe ich nie vernommen… In diesem Falle würde ich mich der IG als Sympathisant anschliessen. Weil die kleine Schweiz bereits mit drei grossen internationalen Flughäfen bestens “erschlossen” ist, braucht das dichtbesiedelte Mittelland keinen Flughafen Bern. Arbeitsplätze hin oder her!

Leserbrief 10. September 2014 im Berner Landboten

Nasser Sommer als Segen für das Aare-Ufer

 

Die Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Verständlicherweise stöhnen die Betreiber der Freibäder über die schlechten Besucherzahlen während des diesjährigen Sommers infolge des häufigen Regen. Anderseits würde das Aare-Ufer zwischen Thun und Bern vor Freude jauchzen, sofern es dies könnte. Die Massen an Aarebötlern blieben aus, mit dem erfreulichen Umwelteffekt fehlender Abfallberge entlang des Gewässers.

Als letztjähriger Teilnehmer des Clean-up days entlang der Aare bei Münsingen  weiss ich, wovon ich schreibe. Da leider nicht nur Bötler und andere Hobbykapitäne ihren Unrat an Ort und Stelle liegen lassen, werden auch dieses Jahr die Abfallsäcke der Heinzelmännchen –und frauchen nicht leer bleiben. Zuversichtlich schaue ich einer grossen Beteiligung am Clean-up day vom 12./13.09. 2014 entgegen. Säubern wir gemeinsam unsere geliebten Naherholungsgebiete und Umwelt auf, damit beim nächsten Spaziergang das saftige Grün und nicht herumliegende Dosen ins Auge stechen.

Verkehr in Münsingen

Infoblatt "SPecht" Münsingen, 2.Ausgabe 2014
Auf Seiten 2-3 ist ein Artikel zum Ortsverkehr Münsingen zu finden, den ich mitverfasst habe.
specht-2-2014web.pdf
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Leserbrief 29. Januar 2014 im Berner Landboten

Zivi’s als Hilfe für Gemeinden

 

Durch zunehmenden Spardruck suchen Berner Gemeinden verzweifelt nach Möglichkeiten, Geld einzusparen.

Bestimmte Leistungen könnten mit finanziell geringeren Aufwendungen anders erbracht werden, ohne an Qualität einzubüssen.

 

Die vor Kurzem durch landesweite Medien  aufgeworfene Idee, geeignete Zivildienstleistende als Assistenten von Lehrkräften einzusetzen, ist interessant. Wie wäre es, diese zunehmende Anzahl von Zivildienstleistenden etwa für unterstützende Aufgaben bei Mittagstischen und Tagesschulen sinnvoll zu beschäftigen? So leisten sie einen echten Beitrag an der Gemeinschaft. Im Gegenzug sammeln diese “Zivi’s” wertvolle pädagogische Erfahrungen mit Kindern in Anleitung von Fachpersonen.

Die genannten familienergänzenden Massnahmen der Kinderbetreuung sind heute für jede grössere Gemeinde ein Muss, um den Ansprüchen junger Familien gerecht zu werden. Dies ist auch gut so.

Nehmen wir neue kreative Ansätze auf und entwickeln diese mutig zur Umsetzung weiter!

 

Unveröffentlichter Leserbrief zum Artikel „Kampf um den Pendlerabzug…“ vom 10.1.2014 Berner Zeitung

Arme Berner Autofahrer müssen wieder zittern

 

Im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmung zur „FABI“-Vorlage rechnen die Medien vor, dass bei einer Annahme die Berufspendler des privaten Verkehrs zu den Verlierern zählen.

Nach dem klassischen Muster wird versucht, den öffentlichen Verkehr gegen den Privatverkehr auszuspielen.

 

Was mich ärgert: Im Herbst 2012 stimmten die Kantonalberner dafür, dass die Motorfahrzeugsteuer um einen Drittel gesenkt wird. Dem Kanton Bern entgehen seit dem jährlich über 300 Mio. Franken pro Jahr an Steuereinnahmen. Die Folgen sind allseits bekannt… Nun soll der begrenzte Steuerabzug von maximal 3000 Franken pro Jahr von Pendlern für den Arbeitsweg ein Argument sein, die Abstimmung vom 9. Februar zur Finanzierung der Eisenbahn abzulehnen. Es ist leider anzunehmen, dass einige Auto-Berufspendler nicht weiter als über das eigene Portemonnaie sehen und sich nicht finanziell schlechter stellen wollen. Dass auch sie letzten Endes von gut ausgebauter Bahninfrastruktur indirekt profitieren, merken sie nicht. Denn durch das vorgeschlagene Finanzierungsmodell sind im Verhältnis weniger Autos auf der Strasse zu erwarten, weil eine attraktive Alternative namens Eisenbahn besteht. Liebe Bernerinnen und Berner, bitte mehr Vernunft und Weitsicht beim Abstimmen über solch wichtige Projekte.

 

Text im SPecht (Informationsblatt SP Münsingen) September 2013

Mangelnde Solidarität der Generationen als Gefahr  für die gesellschaftliche Entwicklung

 

Oft ist bei Abstimmungen, sei es auf Gemeinde-, Kantons- oder Bundesebene, ein Unterschied des Abstimmungsverhaltens zwischen den Generationen zu beobachten. Bei Themen, wo die Betroffenheit einer Generation ausgeprägt ist, wird das ungeschriebene Gesetz der Generationensolidarität immer seltener eingehalten.

 

Überspitzt formuliert mögen es die Senioren den jungen Familien nicht gönnen, dass sie mit Hilfe von Steuergeldern ihre Kinder fremdbetreuen lassen können. Die Ursache ist eine egoistische Denkweise, da sie diese Möglichkeit für ihre Kinder nie hatten. Nur: Der gesellschaftliche Wandel bringt es mit sich, dass sich die Rahmenbedingungen wesentlich verändert haben. Stichwort rückläufige Geburtenquote:

Durch den Zerfall der Grossfamilie, wo mehrere Generationen im gleichen Haushalt lebten, sind Kinderbetreuung und die Integration und Pflege von Senioren schwieriger geworden.

Durch das Phänomen einer als „working poor“ bezeichneten Gesellschaftsgruppe wird es unumgänglich, dass beide Eltern aus finanziellen Gründen im Arbeitsprozess mitmachen müssen. Dies ist wiederum im Interesse der Wirtschaft, damit mehr einheimische Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Das vorwiegend “private” Grossfamilienmodell aus der Mitte des letzten Jahrhunderts funktioniert heutzutage nicht mehr. Wir sind verpflichtet, dem Staat Aufgaben und Kompetenzen zu übertragen, die vor 60 Jahren grösstenteils die Familie wahrzunehmen hatte. Es geht keineswegs um ein Abschieben von Verantwortung, sondern um die Wahrung unserer Wohlfahrt.

 

Der Spiess lässt sich auch umdrehen. Die demographische Entwicklung (stetig steigendes Durchschnittsalter) bringt es mit sich, dass die jüngeren Generationen zwangsläufig länger im Arbeitsleben sein werden. Um genügend AHV-Gelder zu generieren gibt es zwei Lösungen, falls die monatliche AHV-Rente nicht kleiner werden soll: Entweder deutlich mehr während des Erwerbslebens in die AHV einbezahlen oder länger einzahlen und somit bis 70-jährig Arbeiten. Dieser Tatsache muss sich die junge Generation bewusst sein. Sie darf gleichzeitig z.B. von allgemein besserer Gesundheit bis ins hohe Alter profitieren.

Wir sind es den älteren Generationen schuldig, dass sie einen u.a. finanziell von der Gemeinschaft mitgetragenen gesicherten “Lebensabend” verbringen können. Weil weniger Kinder nicht mehr direkt für das Alterswohl ihrer Eltern sorgen können, soll dies über den Staat geschehen.

 

In unseren Entscheidungen ist der Veränderung der Gesellschaft Rechnung zu tragen, damit die Solidarität zwischen den Generationen nicht aufgekündigt wird und sich letztendlich keine Generation als Verlierer fühlt.

Massnahmen, welche zum Ziel führen, sind subventionierte Kindertagesstätten und Tagesschulen, kürzere Arbeitstage mit mehr Erwerbsjahren und ein zweckmässiges Anheben der Steuerlast. Im Weiteren wäre es ein Vorteil die Durchmischung verschiedener Generationen mit alternativen Wohnformen zu fördern.

Es liegt auch an dir, an der Wahlurne ein Bekenntnis zur Umsetzung von Massnahmen zum Erhalt der Solidarität zwischen den Generationen abzugeben.

 

Rubrik "Input" Berner Zeitung vom 26.08.2013 (Originalversion Linus Schärer)

Mitfahren und Sparen – Raus aus den Staus

 

Auf meinem täglichen Arbeitsweg mit dem Fahrrad stechen mir die Personenwagen ins Auge, wo nur eine Person drinsitzt. Sie sind die Leidtragenden und Übeltäter zugleich: Ihr motorisiertes Vehikel ist während den Stosszeiten eines der Puzzlesteine im Staugebilde. Da stellt sich zwangsläufig die Frage, was echte Alternativen sind.

 

Ein noch kaum genutztes Rezept gegen unnötig hohes Verkehrsaufkommen sind Fahrgemeinschaften. Die technischen Voraussetzungen sind gegeben, um via Internet und App einfach und schnell einen Privatchauffeur zu finden oder eine Mitfahrt einem Artgenossen anzubieten. Bisweilen werden Portale wie mitfahrgelegenheit.ch selten und ausschliesslich für längere Fahrten genutzt.

Wann überwinden wir unseren Anspruch, alleine und “in Ruhe” im eigenen Auto zur Arbeit gelangen zu können? Ist das eigene Auto ein dermassen heiliges Privatobjekt, dass man es mit keinem Gast teilen will? Oder ist es pure Bequemlichkeit mit einer Prise Egoismus?

 

Die meisten zum Arbeitsplatz reisenden Automobilisten tun dies täglich zur gleichen Zeit auf der gleichen Strecke. Ideale Bedingungen also, um weitere Erwerbstätige mit demselben Bedürfnis mitzunehmen. Ein fix im Voraus abgemachter Kilometer- oder Streckenpreis sorgt dafür, dass beide Seiten profitieren. Solche Fahrgemeinschaften zur Arbeit dürften sich zur Routinefahrt entwickeln, zu einer willkommenen Selbstverständlichkeit. Eine hohe Auslastung im Privatverkehr sollte ebenso das Ziel sein wie etwa im Flugverkehr. Dies macht volkswirtschaftlich Sinn und Mobilität wird für Mensch und Umwelt rentabler.

 

Leserbrief 21. August 2013 im Berner Landboten

Leserbrief im Walliser Boten vom 7. Oktober 2011

Mittagstisch für Schulkinder – Frauen zur Arbeit

 

Die Wirtschaft beklagt sich seit geraumer Zeit über einen Fachkräftemangel und gleichzeitig kämpft den Bürgerlichen voran die SVP gegen Masseneinwanderung. Da stellt sich die zentrale Frage: Wie wollen wir die Schweizer Wirtschaft in Schwung halten, wenn die eigenen Leute im Land dafür nicht mehr ausreichen?

 

Da hilft unter anderem ein grundlegendes Umdenken in der bis anhin konservativen und veralteten Familien- und Schulpolitik. Warum gehen viele Mütter von Kindern im Schulalter nicht erwerbsmässig Arbeiten? Warum nutzen wir dieses einheimische Potenzial namens „Hausfrauen“ nicht? Die Antwort ist einfach und gleichzeitig traurig: Sie können nicht arbeiten gehen, selbst wenn sie möchten. Das Mittagessen muss während der Schulwoche pünktlich um 12 Uhr aufgetischt sein, Einkauf und Zubereitung inklusive.

Als Lösungsansatz könnten wir das funktionierende nordeuropäische Modell ansatzweise übernehmen und die Schulkinder alle ausgewogen und gesund in der Schulmensa essen lassen. Das Mittagessen ist nicht teurer als zu Hause, die Schultage sind durch die einstündige Mittagspause kürzer und es bleibt nach Schulschluss mehr Freizeit. Beide Elternteile haben zudem endlich die Möglichkeit, einer bezahlten Arbeit nachzugehen sowie Familie und Beruf nach eigenen Vorlieben zu vereinen. Die Mehrkosten der Gemeinde werden durch zusätzlich generierte Steuereinnahmen mehr als wettgemacht. Deshalb fordern wir mehr Mut und Offenheit für zeitgemässe Familienpolitik, welche den Wirtschaftsstandort Schweiz stärkt.

 

Beginnen wir doch im Kleinen und richten zusätzliche Mittagstische für Schulkinder in der Gemeinde Münsingen ein. Der eingeschlagene Weg zeigt in die richtige Richtung, nur muss dieser nun mit aller Vehemenz vorangetrieben werden.  Anfängliche einmalige Kosten für Infrastrukturen müssen in Kauf genommen werden, der  langfristige Nutzen der Investitionen für die Gemeinde wird deshalb umso grösser sein!    

Linus Schärer, Präsident         SP Münsingen

Sozialdemokratische Partei

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